Chirurgische Zahnheilkunde

Ein Behandlungsschwerpunkt unserer Zahnarztpraxis ist die Oralchirurgie: Wir verfügen über einen modernen Eingriffsraum – hochwertig eingerichtet nach Vorgabe des Gesundheitsamtes. Dieser ist mit einem OP-Mikroskop sowie einer digitalen Röntgenanlage ausgestattet und ermöglicht Operationen unter sterilen Bedingungen, auf Wunsch in Lachgassedierung.

Frenektomie (Lippenband­entfernung)

Ausgangssituation

Bei ca. 7% aller Kinder kommt es zu einem tief ansetzenden und sehr straffen Lippenbändchen. In diesen Fällen schließt sich eine eventuell vorhandene Lücke zwischen den großen, mittleren Schneidezähnen nicht. Der hohe Zug, der von diesem Band ausgeht, kann zu Zahnfleischrückgang an den Frontzähnen führen.

Korrektur

In diesen Fällen empfiehlt sich die Frenektomie, die in der Wechselbissphase im Alter von acht bis neun Jahren durchgeführt werden sollte. Die Durchtrennung und Entfernung des Lippenbändchens führen wir mit einem Dentallaser durch. Diese Methode ist nicht nur blutungsfrei, sondern vermeidet auch unnötige Schmerzen und Schwellungen.

Implantate

Definition

In der Zahnmedizin versteht man unter Implantaten schraubenförmige, künstliche Zahnwurzeln. Diese bestehen aus biokompatiblem Titan oder Keramik und werden deshalb vom Körper besonders gut vertragen. Implantate dienen dem Patienten nach Zahnverlust als Befestigungselemente für verschiedenste Zahnersatzversorgungen .

Aufbau

Orale Implantate bestehen aus einem Implantatkörper und einem Implantataufbau, auf dem Kronen, Brücken oder Prothesen befestigt werden können. Selbst zahnlose Kiefer lassen sich so mit festsitzendem Zahnersatz versorgen.

Behandlungsablauf

Nach dem Einschrauben des Implantatkörpers in den Kieferknochen erfolgt in der Regel eine Einheilungsphase. Im Anschluss daran wird der Aufbau eingefügt und der entsprechende Zahnersatz eingegliedert. Der Eingriff erfolgt unter sterilen Bedingungen in örtlicher Betäubung und auf Wunsch auch unter Lachgassedierung.

Mini-Implantate

Wenn im Ober- oder Unterkiefer keine Zähne mehr vorhanden sind, kommen Totalprothesen zum Einsatz. Gerade im Unterkiefer halten diese bedingt durch den vorangeschrittenen Knochenrückgang jedoch nicht immer optimal. Ist das der Fall können Miniimplantate zur Prothesenstabilisierung eingesetzt werden.

Vorteile

Die Behandlung ist ohne den Einsatz eines Skalpells möglich. Wenn die Knochenqualität es zulässt, wird lediglich ein Termin benötigt, um die Implantation und das Umarbeiten einer vorhandenen Prothese vorzunehmen. Anschließend kann der Patient wieder bedenkenlos essen und sprechen, ohne dass der Zahnersatz an Halt verliert.

Kieferorthopädische Implantate

Mithilfe von kieferorthopädischen Minischrauben kann in vielen Fällen auf eine Außenspange verzichtet werden. Diese Methode funktioniert unabhängig von der Mitarbeit des Patienten und verkürzt in der Regel sogar die Behandlungsdauer. Weiterhin können kieferorthopädische Apparaturen an diese Schrauben gekoppelt werden. Das Einbringen der Minischrauben erfolgt unter örtlicher Betäubung, ohne die Verwendung eines Skalpells und innerhalb weniger Minuten. Nach Abschluss der kieferorthopädischen Behandlung werden die Implantate wieder entfernt.

Knochen­augmentation (Kieferknochen­aufbau)

Wie neuer Knochen entsteht

Sind Zähne verloren gegangen, fehlt dem Knochen die Belastung und er entwickelt sich zurück. Oft steht dann nicht mehr genug eigener Kieferknochen für eine Implantation zur Verfügung. Da Implantate aber grundsätzlich von einer ausreichenden Knochenschicht umgeben sein müssen, um die nötige Stabilität des Zahnersatzes gewährleisten zu können, muss die verloren gegangene Knochensubstanz im Ober- oder Unterkiefer rekonstruiert werden. Gleichermaßen kann der Aufbau nötig werden, wenn sich der Kieferknochen krankheitsbedingt oder durch einen Unfall zurückgebildet hat.

Womit kann Knochen ersetzt werden?

Für einen Knochenaufbau eignet sich körpereigener Knochen besser als jedes andere Material. Er kann von verschiedenen Stellen des Körpers gewonnen werden und bietet für den Patienten kein Infektionsrisiko.
Natürliche Knochenersatzmaterialien bestehen meist aus Rinder- oder Schweineknochen und werden für den Aufbau kleinerer Defekte, oder als Beimischung zum körpereigenen Knochen verwendet. In unserer Praxis kommen nur entsprechend zugelassene Produkte zum Einsatz.
Künstliche Knochenersatzmaterialien bestehen aus Kalziumkarbonat oder bioaktiver Glaskeramik. Als Granulate angeboten eignen sie sich aufgrund ihrer geringeren Stabilität nur für den Aufbau kleinerer Kieferknochendefekte.

Knochenaufbau im Oberkiefer

Ist im Oberkiefer vor einer Implantation zu wenig Knochen vorhanden, wird dieses Defizit durch einen minimalinvasiven Eingriff ausgeglichen. Auf diese Weise entsteht eine ausreichende Knochenbreite. Da der Eingriff durch die Mundhöhle erfolgt, verbleiben keine äußeren Narben. Die vorhandene Knochenlamelle, die die Mundhöhle von Nasennebenhöhle trennt, kann durch zwei unterschiedliche Herangehensweisen verbreitert werden.
Man unterscheidet hierbei den internen vom externen Sinuslift.

Der interne Sinuslift

Beim internen Sinuslift wird über die Implantat-Bohrstolle mithilfe spezieller Instrumente zunächst der Kieferhöhlenboden angehoben. Anschließend kann das Implantat sicher eingeschraubt werden.

Der externe Sinuslift

Beim externen Sinuslift wird die Nasennebenhöhle seitlich gefenstert. Anschließend wird die Membran, welche diese Höhle auskleidet, mit speziellen Instrumenten angehoben. In den entstandenen Hohlraum wird das Knochenersatzmaterial eingefüllt und das Fenster schließlich verschlossen.

Knochen verbreitern

Ist der Knochen für die Implantation zu schmal, kann er mithilfe einer Knochenspreizung (Bone-Spreading) oder einer Knochenspaltung (Bone-Splitting) verbreitert werden. Im Zuge dieser Behandlung wird er durch den Einsatz spezieller Instrumente auseinandergetrieben.

Knochenaufbau im Unterkiefer

Wenn ein Patient die Versorgung durch Implantate wünscht, im Unterkiefer aber in horizontaler und/oder in vertikaler Richtung der nötige Knochen dafür fehlt, muss Knochenmaterial angelagert werden. Hierzu wird dem Betroffenen ein passendes Stück Eigenknochen aus anderer Stelle des Unterkiefers entnommen. Dieser Knochenblock wird nun bearbeitet und eingesetzt, durch Titanschrauben fixiert und mit einer Membran abgedeckt. Nach dem Einheilen des Transplantates und der Entfernung der Fixierungsschrauben kann das Implantat eingebracht werden.

Umfangreicher Knochenaufbau

Wurden verloren gegangene Zahne über viele Jahre nicht ersetzt, fehlt über lange Zeit hinweg wichtige Knochenbelastung und es kommt zu einem ausgeprägten Abbau, der eine Implantatversorgung ausschließt. Da das Knochenangebot im Unterkiefer für den nötigen Aufbau meist nicht ausreicht, nutzen wir in diesen Fällen menschlichen Hüftknochen. Dieser wird nach der Entnahme aus dem Beckenkamm mit Titanschrauben an entsprechender Stelle fixiert und durch eine Membran abgedeckt. Nach einer mehrmonatigen Einheilungsphase des Knochenblocks und der Entfernung der Titanschrauben können die Zahnimplantate sicher und stabil eingesetzt werden.

Computer­unterstützte navigierte Implantologie

Definition

Unter navigierter Implantologie versteht man die Simulation des geplanten Eingriffs an einem Computer. Hierzu wird eine DVT (3D-Röntgen) angefertigt, die eine individuelle anatomische Beurteilung der Patientensituation möglich macht. Schon vor der Operation können wir dadurch die Knochenverhältnisse einschätzen und so bestmöglich nutzen.

Der praktische Einsatz

Das Auswählen der optimalen Implantatposition, die Schonung sensibler Nachbarstrukturen, zum Beispiel der Nasennebenhöhlen oder Nervenäste, die Wahl einer minimalinvasiven OP-Technik und die damit verbesserte Wundheilung – all diese Faktoren sind durch das DVT vor dem Eingriff darstellbar.
Durch eine computergefertigte Führungsschablone werden die virtuell geplanten Implantatpositionen dann in den Patientenmund übertragen und die Implantate können sicher eingebracht werden.

Entfernung von Zähnen

Operative Entfernung nichterhaltungswürdiger Zähne und Wurzelreste

Sind Zähne durch einen Unfall oder Karies stark zerstört, müssen diese – aber auch Wurzelreste – entfernt werden, da sie sonst zu Entzündungen und Schmerzen führen. Zudem kann es vorkommen, dass nicht alle Zähne auf dem Zahnbogen genügend Platz finden, da dieser in Relation zu den jeweiligen Zahnbreiten zu schmal ist. In solchen Fällen müssen auch gesunde Zähne entfernt und die Zahnbögen mit einer kieferorthopädischen Apparatur ausgeformt werden, um die Lücken zu schließen.

Der Eingriff zur Zahnentfernung erfolgt unter lokaler Betäubung und bei Angstpatienten auf Wunsch in Lachgassedierung.

Operative Entfernung von Weisheitszähnen

Als Weisheitszähne werden die am weitesten hinten, gelegenen, dritten, großen Backenzähne bezeichnet. Sie sind jedoch nicht immer angelegt, kommen teilweise in unterschiedlicher Anzahl vor und durchbrechen auch nicht zwangsläufig das Zahnfleisch. Da sich der menschliche Kiefer evolutionsbedingt verkleinert hat, finden sie bei ihrem Durchbruch oft nicht genügend Platz auf dem Zahnbogen und verursachen häufig Probleme. Beispiele dafür sind Schädigungen der Nachbarzähne, Begünstigung von Karies und die Entstehung von Entzündungen, Infektionen oder Abszessen.

Die richtige Behandlung

Bei Auftreten dieser Komplikationen sollten die betreffenden Weisheitszähne entfernt werden. Vor dem Eingriff erstellen wir eine Übersichts-Röntgenaufnahme, um den Zahn genau lokalisieren zu können. Gelegentlich liegt dieser direkt am Hauptnerven des Unterkiefers, sodass eine dreidimensionale Röntgenaufnahme angefertigt werden sollte. Die Lage der Weisheitszähne kann so exakt bestimmt und Risiken einer Nervenverletzung minimiert werden.

Die Entfernung erfolgt unter lokaler Betäubung und bei Angstpatienten auf Wunsch auch in Lachgassedierung.

Entfernung von Mundschleimhaut­veränderungen

Potenzielle Auslöser

Die menschliche Mundschleimhaut ist einer Vielzahl von Einflüssen ausgesetzt. Dadurch kann es zu Veränderungen ihrer Oberflächenbeschaffenheit und Farbe kommen. Hinter diesen Veränderungen können sich harmlose Erkrankungen, Krebsvorstufen aber auch bösartige Krebsneubildungen verbergen. Ihre Ursachen sind meist Rauchen, Alkoholkonsum und unzureichende Mundhygiene. Chronisch-mechanische Irritationen, scharfe Zahnkanten und schlechtsitzende Prothesen, sowie chronische Entzündungszustände sind ebenfalls wichtige Risikofaktoren.

Der veränderten Schleimhaut entnehmen wir eine Probe, die anschließend histologisch untersucht wird. Nach Diagnosestellung kann eine entsprechende Therapie eingeleitet werden.

Wurzelspitzen­resektion

Die Entfernung der Zahnwurzelspitze

Nicht immer bleiben wurzelkanalbehandelte Zähne beschwerdefrei. Eine vom Zahn ausgehende Infektion kann auf die Nachbarstrukturen übergreifen. In diesen Fällen empfiehlt sich die chirurgische Entfernung seiner Wurzelspitze, durch die der Zahn erhalten werden kann.

Unter örtlicher Betäubung werden die Zahnwurzelspitzen und das entzündete Gewebe entfernt. Abschließend erfolgen der bakteriendichte Verschluss des Wurzelkanals sowie das Vernähen der Wunde.

Freilegung verlagerter Zähne

und ihre Eingliederung

Von verlagerten Zähnen spricht man, wenn sich diese an einem falschen Platz entwickeln und dadurch nicht oder nur teilweise durch das Zahnfleisch hindurch dringen können. Oft sind hiervon die Eckzähne betroffen. Durch einen kleinen chirurgischen Eingriff legen wir verlagerte Zähne frei und können sie anschließend mithilfe einer kieferorthopädischen Apparatur in die Zahnreihe einordnen.

Rezessions­deckung

Transplantation von Zahnfleisch

Die Rezessionsdeckung ist ein parodontalchirurgischer Eingriff. Bildet sich Zahnfleisch zurück, kommt es zu einem unharmonischen Zahnfleischrandverlauf, kälteempfindlichen Zahnhälsen und einem erhöhten Risiko für Wurzelkaries. Zur Behandlung decken wir die freiliegenden Zahnhälse durch die Transplantation von Zahnfleisch ab. Das zu verpflanzende Transplantat wird nach Gabe einer Anästhesie aus dem Gaumendach entnommen und an der optimalen Position vernäht. Die Transplantate eignen sich auch dazu, Knocheneinziehungen optisch aufzupolstern.

Zystektomie (Zystenentfernung)

Definition

Kieferzysten sind Hohlräume, die meist mit breiiger Flüssigkeit gefüllt sind und verdrängend wachsen. Sie können zu Wurzelresorptionen (Abbau von Zahnsubstanz im Wurzelbereich) bis hin zum Zahnverlust führen. Meist ist eine Entzündung im Bereich der Wurzelspitze die Ursache. Zysten entwickeln sich häufig unbemerkt und werden als Nebenbefunde bei Röntgenaufnahmen diagnostiziert.

Operative Behandlung

Durch eine kleine Öffnung in Zahnfleisch und Kieferknochen wird die Zyste entfernt und die Wunde im Anschluss vernäht. Im Normalfall regeneriert sich der Kieferknochen wieder vollständig. Bei größeren Substanzdefekten kann es notwendig sein, den Hohlraum mit Knochenersatzmaterial aufzufüllen.

Die Entfernung der Zyste erfolgt in örtlicher Betäubung und bei Angstpatienten auf Wunsch zusätzlich in Lachgassedierung.